In den Foren und den Facebook Gruppen, die ich verfolge, stellt sich immer wieder eine Frage: Was tun, wenn ich mein Benutzerpasswort vergessen habe?

Die Lösung dazu ist echt erschreckend einfach. In den meisten Fällen benötigt man noch nicht einmal ein Startmedium.

 

Das Befolgen dieser Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr. Ich übernehme weder Garantie für Richtigkeit sowie Vollständigkeit oder hafte für eventuelle Schäden die durch befolgend der Anleitung entstehen können.

Vor dem Start von Linux sieht man in der Regel kurz Grub. Dort drückt man „e“ um in den Editiermodus zu kommen.

Bei manchen Distributionen (z. B. Ubuntu) sieht man das Bootmenü nicht. Damit es angezeigt wird, muss man beim Start die „Shift“-Taste drücken.

In dem Eintrag den man normalerweise startet, findet man am Ende einen Eintrag wie z. B. „RO quiet splash

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Das „RO quiet splash“ und alles was dahinter kommt löscht man weg und ersetzt es durch „rw init=/bin/bash“ (Ohne Anführungszeichen!).

Tipp: Innerhalb des Grub-Editiermodus gilt das englische Tastatur-Layout. für das / kann man das Geteilt-Zeichen auf den Nummernblock nutzen und das = -Zeichen befindet sich unter der ´-Taste

Das sieht dann ungefähr so aus:

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Wenn man die Änderung mit F10 abschließt, startet Linux direkt in einer Root-Shell. Man besitzt also wie der Name schon sagt Root-Rechte. Die Änderungen in Grub sind nur temporär. Sollte also etwas schief gelaufen sein, ist es nicht schlimm. Nach einem Neustart ist alles beim alten.

In verschiedenen Anleitungen habe ich gelesen, das man jetzt mit passwd für den Benutzer ein neues Passwort vergeben kann. Bei meinem letzten Versuch  funktionierte weder das alte noch das neue Passwort. Deswegen gehe ich in dieser Anleitung den sicheren Weg.

Das ist nicht immer notwendig, ich habe aber die Erfahrung gemacht, das das ändern des Passwortes in manchen Fällen sonst keine Wirkung zeigt.

Wenn die Datei defekt ist, hat man ein richtiges Problem. Daher sollte man eine Sicherheitskopie an legen.

cp /etc/shadow /etc/shadow.bak

Wir rufen uns die Shadow-Datei auf und leeren da das Passwort unseres Users (in diesen Fall Test).

vi /etc/shadow

Wer sich mit vi nicht auskennt, muss vorher wissen, das man vi erst in den Editor-Modus versetzen muss, bevor man etwas in der geöffneten Datei ändern kann. Dazu drückt man einfach die „Einfg“-Taste.

Das Passwort findet man nach dem Namen zwischen den ersten 2 Doppelpunkten. Das löscht man raus (die Doppelpunkte müssen stehen bleiben), und speichert die  Datei, indem man die ESC-Taste drückt, um VI zurück in den Befehlsmodus zu versetzen, und gibt dann :wq ein.

Hat man sich verschrieben, oder ist sich nicht sicher, und möchte die Datei nicht speichern, gibt man statt „:wq“ „q!“ ein, dadurch verlässt man vi ohne zu speichern.

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Jetzt kann man mit passwd für den Benutzer ein neues Passwort vergeben.

passwd Benutzername

Nach der Eingabe wird man aufgefordert 2 mal das Passwort einzugeben. Das Passwort wird dabei nicht angezeigt und der Cursor bewegt sich nicht, also nicht wundern.

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Jetzt einen Neustart und man kann sich mit dem vergebenen Passwort einloggen.

 

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